Lionel Williams

Ich stelle mir gern vor, das ich dem Raum entspringe — nicht einfach nur dem Weltraum. Eigentlich bin ich ja aus Los Angelos, einem Ort ohne Raum. Ich habe aber Lust, im Fantastischen göttlicher und magischer Dinge zu baumeln. Das dürfte der Kern dessen sein, was die Menschen surreal nennen.

Ich erzeuge surreale Kunst — Collagen und Ambient-Rockmusik — die religiöse Darstellungen, mystische Sensationsmache, heilige Orte und einige psychedelische Konzepte integriert. Ich würde das als heilig-magisch-mystisch-psychedelisch-religiöse- Collagen-Kunst beschreiben. Der Mittlere Osten beeinflusst mich, insbesondere Ägypten, Israel und die Türkei. Und ich versuche, die archaischen Formen der Kunst mit der indigenen Musik solcher Orte verschmelzen zu lassen, gleichzeitig aber zu einer modernen Ästhetik zu gelangen. Zudem bin ich von psychedelischen Konzepten großer Denker und Philosophen wie Alan Watts, Plato und Paul Laffoley beeinflusst. Unvollkommenheit, das Greifbare des Nichtgreifbaren, die visuelle Identität des Unidentifizierbaren, der poetische Prozess (das Gegenteil des mechanischen Prozesses), Phänomene des Geistes, Phänomene im Allgemeinen, übernatürliche Erfahrungen und kommunale Hippieklischees inspirieren mich.

Ich mag es, die Natur zu beobachten und daraus ein richtiges Konzept für eine Collage zu gestalten, bevor ich überhaupt erst anfange, etwas zu entwerfen. Dann nehme ich die verstreuten Ideen auf Kassette auf und Wochen später gestalte ich das Konzept schließlich um. Ich mag es auch, Bilder zu produzieren, die weitaus schlimmer aussehen, als in ihrem höchst natürlichen digitalen Stadium. Der Prozess der Verunstaltung ist meines Erachtens enthüllender, als man dies mit einer Polaroid- oder Filmkamera erreicht. Ich habe das Bestreben, ein spezielles visuelles Element (wie die Beleuchtung) so realistisch wie möglich zu halten, und gleichzeitig andere Elemente (wie die Perspektive) so surrealistisch wie möglich zu verändern. Deshalb besteht immer ein Konflikt, in dem die Farben das verbindende Element darstellen.

Ich habe eine sehr musikalische Familie. Mein Urgroßvater war Johnny Williams, ein amerikanischer Jazz-Schlagzeuger und Percussionist von den frühen 1930ern bis in die späten 1950er. Mein Großvater ist John Williams, Filmmusikkomponist einiger bedeutender Filme der Filmgeschichte, einschließlich der Star Wars Saga, Der Weiße Hai, Superman, die Indiana Jones Filme, Schindlers Liste, Kevin — Allein Zu Haus und der ersten drei Harry Potter Filme. So wuchs ich auf: beeinflusst von seiner brillanten Darstellung musikalischerThemen und der Umwandlung menschlichen Wesens oder auch der Wesentlichkeit der Situation in ein musikalisches Format. Er schafft eine theoretische Basis für die Begegnung von Kosmos und menschlichem Klangspektrum.

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Mein Vater, Mark Towner Williams, war Schlagzeuger für Crosby, Stills and Nash, Tina Turner und Air Supply. Er spielte viel Musik aus den 80ern als ich ein Kind war und ein paar Mal konnte ich auch mit Air Supply, der ultimativen 80er-Romantiker-Liebes- Zerschmetterer-Balladen-Band, auftreten. Als ich acht und neun Jahre alt war, war ich in Las Vegas einige Male ihr Keyboarder. Das dürfte meine erste Live- Erfahrung gewesen sein. Allerdings hörte ich im Alter von zehn Jahren auf, Klavier zu spielen und wechselte zum Schlagzeug. Damit ging meinTalent verloren … aber die Rolle des Zugangs zu all den anderen Instrumenten ist ziemlich verblüffend für mich.

Ich versuche mit aller Kraft ein musikalisches Phänomen zu erreichen, das ich „sonic matrices“ nenne: kurze, präzise Kombinationen von Frequenzen, die den Körper positiv beeinflussen und die Gehirnwellen, den Blutdruck und andere Werte anheben oder schwanken lassen. Ich versuche das zu erreichen, ohne auf monotone meditative Musik zurückzugreifen.

Ich möchte, dass meine künstlerische Arbeit verschiedenen Zielsetzungen dient. Aber die wichtigste Bestimmung ist ohne Frage, den Betrachter dazu zu inspirieren, zu eigenen Ansichten zu gelangen und nicht gedankenlos die Wahrheiten miteinander zu verknüpfen, die ihm seit seiner Geburt vorgesetzt werden. Ich sehne mich nach Menschen, die sich dazu befähigt fühlen, ihre eigenen Farben in ihr Leben zu bringen und die etwas Neues aus ihren Ideen entstehen lassen. Meine Collagen sind Stücke wahren Lebens, alles durcheinandergewirbelt in einem kulturellen Rahmen und ich hoffe, sie können andere dazu anregen, sich mehr mit dem verbunden zu fühlen, was es wirklich auf dieser Erde gibt. So unterliegt meinen Arbeiten zwar kein lineares oder vorgeplantes Programm, doch mit intuitiven Sprüngen und Verknüpfungen von meinen figurativen Ausdrücken des Mystizismus’ könnten die Menschen zu neuen persönlichen Einsichten gelangen. Ich finde das wunderbar, da es das Nicht-Sinnliche der Gedanken aufzeigt, den Bewusstseinstrom. Ich lade ein zu einem Spektakel esoterischer Attraktionen, lasst euch faszinieren von der Energie des Übernatürlichen.